Konzeption der Medienklassen

1. Vorbetrachtungen
Sicherer, kreativer und kritischer Umgang mit informationstechnischen Medien gehört in der jetzigen Zeit zu den Grundkompetenzen der modernen Gesellschaft.

Die neuen Medien und Technologien ermöglichen und erleichtern den Wissenserwerb, die Herstellung von Materialien und die Präsentation von Informationen.

Aber Studien ergaben auch, dass Kinder und Jugendliche den Computer und das Internet meist als Unterhaltungsmedien und in kommerziellen Anwendungen (Spiele, Downloads) erleben. Die Benutzung des Computers als Arbeitsmittel erfolgt, nicht nur in der Schule, in wesentlich geringerem Ausmaß. Schule soll aber auch auf technischem Gebiet bilden. Leider gibt es außer dem ItG-Unterricht in Klasse 7 nur für die Schüler im WPU Informatik regelmäßigen Unterricht am Rechner. Die vereinzelte Nutzung der Rechnerräume und Laptops ist mit einem recht hohen organisatorischen Aufwand verbunden. Außerdem wird durch einen solchen „Gang in den Computerraum“ das Besondere der Technik betont und tritt dabei unerwünscht in den Vordergrund, hinter dem der Zweck ihrer Nutzung oft zurücksteht. Zusätzlich tritt hemmend zutage, dass häufig sowohl Lehrern als auch Schülern die Übung fehlt, um effektiv mit der Technik umzugehen.

2. Zielstellung

Die Einrichtung einer Medienklasse soll dazu dienen, die Schüler den Rechner stärker als Arbeitsgerät erfahren zu lassen, so wie sie im Schulalltag auch mit Taschenrechner, Zirkel und Lehrbuch umgehen. Damit soll ein langfristiger und kontinuierlicher Lernprozess auf vielfältiger methodischer Basis ermöglicht werden. Der Unterricht in der Medienklasse soll ausdrücklich nicht als Informatikunterricht verstanden werden, sondern die allgemeine Medienkompetenz der Schüler stärken.
Medienkompetenz beinhaltet zwei Aspekte:
Zum einen sollen die Schüler die neuen Medien kennenlernen und anwenden - dies tun sie in der Schule, indem sie Medien benutzen und damit selbst Materialien produzieren.
Zum anderen erfordert Medienkompetenz auch eine kritische Betrachtung der Medien und ihrer Benutzung. Dazu gehört u.a., die Gefahren ihrer Anwendung und die verschiedenen Auswirkungen der Medien auf die Gesellschaft zu kennen und zu verstehen.


Besonders in den sprachlichen und künstlerischen Fächern wird im Rahmenlehrplan der Umgang mit den Medien gefordert.
Die Benutzung von Programmen zur Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation ist also nicht Selbstzweck, sondern Hilfsmittel. Denn je öfter und selbstverständlicher derartige Programme verwendet werden, um so mehr tritt der technische Aspekt mit all seinen Problemen in den Hintergrund. Die Beherrschung eines Textverarbeitungsprogramms ersetzt zudem nicht die Fähigkeit, Texte zu produzieren, denn die Denkleistung muss nach wie vor von den Schülern selbst erbracht werden, es ist aber durchaus nützlich, einen Text mit dem Computer erstellen zu können.



Im Umgang mit dem Internet besteht die Schwierigkeit nicht mehr in der Beschaffung der Informationen, sondern in der Auswahl und kritischen Prüfung von Informationen. Dies gilt es zu erlernen und zu üben.

Charakteristisch für den Umgang mit neuen Medien ist ebenso, dass manche Schüler völlig selbstverständlich von ihnen Besitz ergreifen, während sich Lehrer und Eltern damit oft schwer tun. Deshalb sind Schüler zwar teilweise versierter im Umgang mit den Medien, müssen dafür aber auf die Einhaltung gesellschaftlicher Normen und Regeln (geistiges Eigentum, Datenschutz, …) hingewiesen werden. Das führt zu einem beidseitigen Lernprozess, von dem sowohl Schüler als auch Lehrer profitieren können. Diese teilweise Verwischung der Lehrer- und Schülerrollen trägt so zur Herstellung einer echten Lernpatenschaft bei.

Die Erfahrungen an anderen Schulen haben gezeigt, dass die Schüler nach einer Phase der blinden Begeisterung durchaus in der Lage waren zu reflektieren, wann der Einsatz des Rechners sinnvoll ist und wann es effektiver ist, auf herkömmliche Arbeitsmittel wie Bücher, Folien, Papier und Stifte zurückzugreifen.

3. Umsetzung

3.1. Aufnahme und Wechsel

3.1.1. Aufnahmebedingungen 
In die Medienklasse können  alle Schüler aufgenommen werden, die an der Archenhold - Oberschule für die Medienklasse angemeldet werden.

Dabei verpflichten sich die Eltern, im Rahmen einer Sammelbestellung durch die Schule, ein Netbook anzuschaffen. Dieses Netbook wird für Unterrichtszwecke genutzt und durch die Archenhold-Oberschule mit  schulischer Software ausgestattet. Die Installation zusätzlicher Software ist nur eingeschränkt möglich. Sollte das Netbook nicht mehr nutzbar sein, verpflichten sich die Eltern zur Anschaffung eines Ersatzgerätes. Die Schule bemüht sich um die Möglichkeit einer Versicherung.

Sollten für die Medienklasse mehr Bewerber als Plätze zur Verfügung stehen, wird nach folgenden, von der Senatsverwaltung genehmigten Kriterien entschieden:

alleiniges Aufnahmekriterium für alle 32 Plätze der Medienklasse ist die Durchschnittsnote der Förderprognose der Grundschule.


3.1.2. Wechsel
Der Wechsel in eine andere Klasse ist auf Antrag der Erziehungsberechtigten im Rahmen der schulischen Möglichkeiten jeweils zum Halbjahr möglich. Die Möglichkeiten zum Wechsel der Schule oder Schulform gemäß Schulgesetz oder Sek.I.-VO bleiben unberührt. Verlässt ein Schüler die Medienklasse, ist das Leihgerät zurückzugeben  bzw. wird durch die Schule auf dem Netbook der Auslieferungszustand der Software wiederhergestellt (einschließlich Entfernung schulischer Software und aller erstellten Dateien).

3.2. Technik

3.2.1. Netbook und Software
Bei der Auswahl der Geräte wurden die folgenden Aspekte berücksichtigt:
- Preis
- Gewicht und Größe
- Display und Akkulaufzeit
- Ausstattung und Anschlüsse.
Aus den oben genannten Kriterien leitet sich die Anschaffung eines Netbookes (11.6 Zoll- Display, 9 Stunden Akkubetrieb) ab. Im Schuljahr 2009/10 werden 15 Netbook der Firma Asus im schulischen Alltag getestet. Festgelegt wurde, dass alle Schüler ein gleiches Netbook besitzen müssen, da nur so ein effektiver Softwareeinsatz möglich wird. Alle Netbook werden mit einheitlicher Software durch die Schule ausgestattet (ein Image für alle Rechner).

3.2.2. Kosten
2010 entstanden  Gesamtkosten für die Eltern in Höhe von 550 € (inklusive Versicherung) aus.


3.2.2. räumliche Ausstattung
Alle Unterrichtsräume sind vernetzt, es besteht ein WLAN-Zugang, der Klassenraum und die Fachräume sind mit Beamern für die Präsentation ausgestattet. Im Klassenraum befindet sich ein Drucker, auf den kabellos zugegriffen werden kann. Weitere periphere Geräte: Fotoapparat, Kamera, Scanner stehen nach Bedarf zur Verfügung. Der Unterricht am Smartboard ist möglich.

3.2.3. Schulnetz
Alle Rechner sind im Schulnetz per WLAN integriert. Das garantiert die Mobilität der Netbooks und die Sicherheit des Einsatzes der Geräte im Fachunterricht. Gleichzeitig werden die Geräte über das Schulnetzwerk aktualisiert und mit neuer Software ausgestattet. Im Schulnetzwerk verfügt jeder Schüler über einen Bereich, Daten können schnell an alle Schüler ausgeteilt werden, zwischen Ihnen ausgetauscht  und vom Lehrer eingesammelt werden. Über eine Internetplattform können die Schüler auch über den Unterricht hinaus untereinander kommunizieren und zusammenarbeiten.



3.3. Unterricht

3.3.1. angepasstes Curriculum
Das schulinterne Netbookcurriculum ist eine Ergänzung der geltenden Berliner Rahmenpläne.
Dabei werden in einer Vielzahl von Unterrichtsfächern Medienkompetenzen jahrgangsspezifisch entwickelt.
Die Arbeitsgruppe mit Kollegen aus den Fachbereichen Deutsch, Fremdsprachen, Bildende Kunst, Mathematik, Physik, Biologie und Geographie erarbeitet im Schuljahr 2009/10 eine detaillierte Planung des Netbookeinsatzes und der fachspezifischen Kompetenzentwicklung.

4. Evaluation

Bei der  Evaluation des Projektes  wird eine Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität angestrebt.

Aktuelle Termine

Sonntag, 19.08.2018 - Sonntag, 19.08.2018
Ferien
Montag, 20.08.2018
Treffen Klasse 7 Schulhof, danach Aula
Montag, 20.08.2018
Klassenleiterstunden und Tutorenstunden 3. Semester
Montag, 20.08.2018
1. Semester Speiseraum
Montag, 20.08.2018
Klasse 10 Speiseraum Hr. Feind